Wenn das Kind nachts plötzlich aufschreit


Mila wacht seit ein paar Wochen nachts häufiger auf und schreit. Meist etwa 1 bis 2 Stunden nachdem sie eingeschlafen ist. Sie ist dann so nass geschwitzt, dass ich ihr erstmal einen frischen Schlafanzug anziehen muss. Wenn ich mit ihr rede, guckt sie einfach durch mich durch und nimmt mich gar nicht so recht wahr. Nach ein paar Minuten hat sie sich dann wieder beruhigt und schläft einfach weiter. Am nächsten Morgen kann Mila sich an gar nichts mehr erinnern.

Die ersten Male war ich sehr erschrocken und habe mir Sorgen gemacht. Ich habe Fieber gemessen, weil ich dachte, dass sie krank wird. Mittlerweile weiß ich aber was sie hat und möchte Euch gerne davon erzählen. Vielleicht habt Ihr das Phänomen bei Eurem Kind ja auch schon erlebt und wusstet gar nicht, was los ist.

Hierbei handelt es sich um den sogenannten "Nachtschreck". Dieser tritt häufig bei Kindern im Vorschul-und Grundschulalter auf. Das kindliche Gehirn hat in diesem Alter meistens noch Probleme mit dem Übergang vom Tief- in den Traumschlaf. Der Körper ist schon wach, das Bewusstsein aber noch nicht. Oft tritt das Phänomen auf, wenn das Kind körperlich sehr erschöpft ist. Als Eltern sollte man deshalb dafür sorgen, dass lange genug vor dem Schlafengehen, eine Ruhephase eingehalten wird. Fernsehen gucken, Stress, Trubel und hektisches Spielen sollten vor dem Schlafen vermieden werden. Wenn das Kind tagsüber etwas sehr Aufregendes erlebt hat, ist es wichtig, dass man gemeinsam mit dem Kind das Erlebte bespricht und ihm dabei hilft, alles zu verarbeiten. Wirklich schlimm ist der Nachtschreck nicht. Als Eltern sollte man aber aufpassen, dass das Kind sich nicht verletzen kann. Nur wenn das Phänomen bis in die Vorpubertät anhält oder das Kind sich auch sonst charakterlich sehr auffällig zeigt, sollte man den Kinderarzt aufsuchen. 

Als es bei Mila öfter zum Nachtschreck kam, habe ich versucht, die Ursache zu finden. Ich habe so eine Art Tagebuch geführt und notiert, wann er auftritt und was an diesem Tag so passiert ist. Hierbei habe ich bemerkt, dass es meistens auftritt, wenn im Kindergarten etwas Aufregendes passiert ist. Wenn Fasching, Laterne laufen und Kindergeburtstage sind, lassen sie es im Kindergarten so richtig krachen. Mila kommt an solchen Tagen immer sehr aufgeregt und glücklich nach Hause. Sie ist ja in einem sehr familiären Kindergarten. Wenn z.B. jemand dort Geburtstag hat, ist sie auch ganz aufgeregt und fühlt so richtig mit. Seitdem ich jeden Abend mit Mila den vergangenen Tag bespreche und sie mir in aller Ruhe erzählen kann, was sie alles so erlebt hat, kommt es seltener zum Nachtschreck. Ich versuche, ihr abends bei der Verarbeitung des Tages zu helfen. Wenn es doch mal nicht so recht klappt, weiß ich ja nun, dass es eigentlich nicht schlimm ist. Mila kann sich ja am nächsten Tag auch gar nicht mehr daran erinnern. 

Hatte Euer Kind auch schon mal den "Nachtschreck"?
Habt Ihr auch so einen Schreck bekommen oder wusstet Ihr schon vorher, dass es sowas gibt?



Kommentare

  1. Kannte das gar nicht. Meine Kids hatten es nicht

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    1. Ich habe ja 3 Kinder. Die anderen Kinder hatten das auch nie.

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  2. Ich wusste zum Glück schon vorher, was es ist, weil der Sohn einer Freundin lange daran litt. Trotzdem war ich erschrocken, als kein Sohn zum ersten Mal einen Nachtschreck hatte. Heute ist er fast fünf und es kommt immer seltener vor. Aber das darf man ja nie zu laut sagen.

    LG, Nadine

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    1. Bei Mila wird es auch immer seltener. Ist ja gut, wenn man vorher schon davon gehört hat.

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